Selbstverteidigung mit Blinden und Sehbehinderten


Selbstverteidigung und Selbstbehauptung ist gerade für Sehbehinderte wichtig, weil Sehbehinderte schnell als „leichtes Opfer“ angesehen werden.
Aber wie kann das funktionieren? Im Rahmen meiner Trainer A Abschlussarbeit habe ich mich sehr intensiv mit Stocktechniken befasst und auch den Gehstock (Krücke) und den Blindenlangstock mit einbezogen.
Als gegeben muss man (nehmen/ansehen), daß man als sehbehinderter Mensch keine oder kaum Abwehrmöglichkeiten gegen einen Angriff wie Schlag oder Tritt hat. Diese Angriffe können ebenso wenig verteidigt werden, wie der sehr erfahrene Kampfsportler einen überraschenden Angriff von hinten.
Also habe ich mich in der Auswahl der Angriffe auf die Kontaktangriffe beschränkt. Die Abwehrtechniken beinhalten hauptsächlich Hebel und Würgetechniken. Um sich aus den Kontaktangriffen zu befreien, eignen sich das „Griff lösen“ oder „Sprengen“ aus unserem Ju-Jutsu Prüfungsprogramm gut.
Der Langstock wurde dabei natürlich auch eingesetzt.

Der Angreifer fasst mit seiner rechten Hand den rechten Unterarm des Verteidigers. Dieser fast mit seiner linken Hand den Unterarm des angreifenden Armes und wenn möglich auch noch mit der angegriffenen Hand. Der angreifende Arm wird angehoben, mit einer 180 Grad Drehung begibt sich der Verteidiger unter den Arm, der kleine Finger muss nach unten zeigen und der Arm wird wiederum über die Schulter gehebelt.
Armstreckhebel über die Schulter.

    
Anhand dieser genauen Beschreibungen und Praktischen Übungen erlernen die Sehbehinderten die Techniken schnell und trainieren sie mit großem Eifer. Eine besondere Herausforderung für den Trainer ist es, wenn die Gruppe nur aus Sehbehinderten besteht oder sogar ausschließlich aus Blinden.
Dasselbe Konzept, das ich für die Sehbehinderten zusammen -gestellt habe, lässt sich z.B. ebenso für die Seniorenselbstverteidigung anwenden